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Wärmespeichermassen nutzen Sonnenenergie

Die Energieeinsparverordnung berücksichtigt beim Nachweis des baulichen Wärmeschutzes erstmalig, dass die Wärmespeichermassen massiver Häuser die Heizungsanlage entlasten. Bei der Erfassung der Wärmegewinne durch Sonneneinstrahlung dürfen nur die nutzbaren Anteile angesetzt werden. Logisch, denn überschüssige Sonnenwärme, die zur Überheizung der Räume führt und weggelüftet werden muss, entlastet nicht die Heizungsanlage.
Sonnenenergie
Massivbauten aus Mauerwerk und Beton mit großen Wärmespeichermassen nutzen die Sonnenwärme optimal aus. Ihre schweren Wände und Decken nehmen überschüssige Wärme aus der Raumluft auf und speichern sie. Sobald es kälter wird, strahlen die warmen Wände und Decken die Wärme wieder ab.

Simulationsrechnungen bestätigen die praktischen Erfahrungen: Wärmespeicherung kann den Wärmebedarf im Winter deutlich vermindern. Zusätzlich verbessern Wärmespeichermassen das Raumklima, weil sie Temperaturspitzen abbauen.
Dies ist ein ganz entscheidender Vorteil der Massivbauweise, vor allem im Sommer. In unserem Klima wechseln wärmere und kühlerer Tage in schneller Folge ab.

  An Tagen mit starker Sonneneinstrahlung können sich die Räume nur wenig aufheizen, weil die schweren Bauteile einen großen Teil der solaren Wärmegewinne aufnehmen.

  An kühleren Tagen geben sie die Wärme wieder an die Raumluft ab. So wird nicht nur das sogenannte "Barackenklima" vermieden, sondern in der Übergangszeit ist auch Beheizung deshalb meistens nicht erforderlich.
 
In einer bewohnten Siedlung mit Niedrigenergiehäusern in Bochum wurden die mittleren Raumlufttemperaturen und die Außenlufttemperaturen der heißen Sommerperiode im August 1997 aufgezeichnet. Selbst in Hitzeperioden mit bis 33°C hoher Außenlufttemperatur lagen die maximalen Innentemperaturen ca. 5 °C niedriger. Bei Leichtbaukonstruktionen können deutlich höhere Temperaturspitzen auftreten.